Trübe Gedanken

Heute bin ich irgendwie Meisterblogger, aber die Dinge, von denen ich heute schreibe, haben untereinander einfach keine Verbindung und deshalb trenne ich sie. Aber sie liegen mir alle auf der Seele und ich muss sie loswerden, sonst platze ich.

 

Seit Wochen, was sag ich, Monaten begleitet mich die Beziehung zu einem Menschen, einem Mann, durch Höhen und Tiefen. Bevor wir uns trafen, konnten wir uns nicht leiden. Dann trafen wir uns und es hat einfach gepasst. Wir  verstanden uns blendend. Es war einfach nett, mit ihm zu quatschen und Blödsinn zu machen.

Jetzt sind wir wieder dort angelangt, wo wir angefangen hatten. Wenn wir überhaupt noch reden, dann nur das notwendigste und auch sehr unfreundlich. Ich merke an mir selbst, dass ich mich sehr bemühen muss, nett zu ihm zu sein.  Es gab eine Zeit, da hätte ich für ihn sofort alles stehen und liegen gelassen. Einmal hab ich das auch getan und ich bereuhe es bis heute, weil es mein Leben belastet, dass ich seinen Hund jetzt bei mir habe. Und der Hund ist nun mal kein niedliches Schoßhündchen, sondern ein großer Retriever, der verdammt viel Auslauf braucht und mich so manchen Nerv kostet, weil er nie wirklich erzogen wurde.

Damit find die Distanz eigentlich schon an. Nachdem ich Sam geholt hatte, sprach man nicht mehr mit mir und wenn, nur sehr zögerlich. Es wurde wieder besser. Wir trafen uns weihnachten mit einigen Leuten und danach ging es für mich nur noch bergab. Ich hab darunter gelitten, nicht zu wissen, was und wo und warum überhaupt. Ich hab mich immer mehr hinein gesteigert. Im Januar krachte es ganz fürchterlich. Wir haben wochenlang nicht gesprochen und alle merkten, dass etwas nicht stimmte. Nach langem hin und her hab ich mich überreden lassen, mich zu überwinden, etwas zu tun, was ich sonst nie mache, weil ich damit unglaublich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ich schrieb ihm, sagte ihm, was mich so schrecklich störte, was mir so sehr auf der Seele lag. Und er antwortete mit Beschimpfungen. Ich raffte mich, obwohl mich das sehr traf und unglaublich verletzte, auf und antwortete ihm. In einem kurzen Chatgespräch wurde das ganze noch mal besprochen. Zwischen Tür und Angel und nicht wirklich bei der Sache. Und für ihn war es erledigt.

Für mich nicht. Ich hatte das Gefühl, dass er das, was mir so am Herzen lag, was mir so wehtat, gar nicht richtig wahrgenommen hatte. Er hatte einmal ein paar Worte gesagt und damit wars durch. Damit konnte man einen handfesten Streit kitten. Ich nahm es hin. Ich wollte nicht wieder streiten. Ich wollte diese Freundschaft, dieses gewisse etwas, dass da war, nicht verlieren.

Und habs im Endeffekt zwei Monate später doch.

Ich weiß nicht woran es lag. Vielleicht auch an meiner Eifersucht, diesem dummen Gefühl, dass ich so hasse und das ich gern ausschalten würde, weil es mein Leben versaut, das aber trotzdem immer da ist. Wir entfernten uns immer mehr voneinander. Mir ging es schlecht, weil ich mich einsam fühlte, unschön und ungeliebt. Ihm ging es auch schlecht. Warum? Keine Ahnung, er hat es mir bis heute nicht gesagt. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, wir könnten wenigstens wieder so werden wie "früher" (ein lächerliches Wort für einen Zeitraum, der noch nicht mal ein halbes Jahr her ist), aber das stellte sich als Irrtum heraus. Er ging immer mehr auf Distanz. Er sprach ständig davon, wie schlecht es ihm gehe, wie depremiert wer wäre, sprach davon, sich vor Züge zu werfen (in öffentlichen Foren, nicht direkt zu mir). Himmelherrgott, ich hatte verdammt noch mal Angst um ihn. Ich hab sie immer noch. Ich sprach ihn immer wieder an und erntete doch nur Schweigen.

Es kam zum großen Bruch. Er hat mir vor einer Weile mal geschrieben, man müsste bei mir jedes Wort auf die Goldwaage legen und deshalb wollte er lieber nichts mehr mit mir zu tun haben. Es war eine lange Nachricht und ich hab ebensolang darauf geantwortet. Ruhig, fast apathisch. So bin ich jetzt noch. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass es zerbrochen ist. Dass dieser Mensch, der mir so unglaublich wichtig war, einfach aus meinem Leben verschwunden ist. Obwohl er das tatsächlich nicht ist. Ich begegne ihm beinahe tagtäglich und spüre dann immer wieder diese Kälte, die jetzt herrscht. Und jedes Mal treten mir Tränen in die Augen, weil ich nicht fassen kann, dass es so weit gekommen ist. Meine Antwort auf die Nachricht bestand aus vielen, vielen Worten. Ich hatte mein Herz ausgeschüttet. Eine Antwort habe ich bis heute nicht erhalten. Nur die Gewissheit, dass es vorbei ist.

 

Was nicht war, das kommt auch nicht zurück!

Wise Guys

16.5.09 16:38

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen